Rettet unsere Obsthöfe!

Published22. August 2023

AuthorMartin Balasus

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CDU-Landtagsabgeordneter entsetzt über Bürokratismus und zu hohe Energiepreise

Haselau. „Wenn man in einen Apfel aus unserer Region beißt, kann man sich kaum vorstellen, unter welch‘ schwierigen Bedingungen er produziert wurde. Ein Besuch auf dem Obsthof von Tim Plüschau hat mich da schlauer gemacht“, sagte Martin Balasus, direkt gewählter Landtagsabgeordneter der CDU für den Wahlkreis Pinneberg Elbmarschen. Nachdem er einige Erlebnisse des Obstbauern gehört hatte, konnte er nur mit dem Kopf schütteln. „Auch diese Branche leidet schwer unter der Unfähigkeit und Untätigkeit der Bundesregierung. Überbordende Bürokratie und zu hohe Energiepreise machen den Obst-Landwirten das Leben sauer“, so Balasus, „das muss sich ändern. Wir müssen unsere Obsthöfe retten.“

Das aktuell drängendste Problem seien die hohen Energiekosten. Laut Tim Plüschau muss er allein 60.000 Euro im Jahr für Strom bezahlen. Größte Verbraucher seien dabei die Kühlanlagen und die Gabelstapler. „Und in eine Photovoltaikanlage zur Selbstversorgung zu investieren, bringt wenig, da der meiste Strom in der Jahreszeit verbraucht wird, in der die Sonne nicht so lange scheint. Strom ins Netz einzuspeisen, funktioniert nicht, weil dafür die Leitungen zu schwach sind“, so Plüschau. Martin Balasus: „In unserem Land wird billiger Windstrom im Überfluss produziert, er müsste also billig sein – aber die Bundesregierung kriegt es nicht hin, dass dies auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. Das ist unfassbar.“

Um seinen 40 Hektar großen Hof zu bewirtschaften und im Jahr zirka 80 Tonnen Kirschen, 20 Tonnen Zwetschgen, 30 Tonnen Erdbeeren und 1200 Tonnen Äpfel ernten zu können, hat Plüschau erhebliche bürokratische Vorgaben zu erfüllen. „Der Dokumentationsaufwand ist erstickend. Und jährlich müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Unterweisungen hören, die sie schon x-fach gehört haben. Unter anderem beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gibt es keine längeren, verlässlichen Genehmigungen, sondern nur kurzfristige Erlaubnisse, so dass oft unsicher ist, was man spritzen darf und was nicht. Arbeitskräfte zu bekommen, ist eine Herausforderung. Deutsche interessieren sich kaum und bis man Erntehelferinnen und -helfer aus dem EU-Ausland einstellen kann, müssen Bürokratie-Berge überwunden werden. Die Vorgaben von Ausländerämtern und Sozialversicherung zu erfüllen, bindet zu viel Zeit und Arbeitskraft.“ Wenn er dann noch die aus dem rot-grünen Lager immer wieder erhobenen Forderungen nach der Erhöhung des Mindestlohns höre, dann könne er nur noch mit den Augen rollen. „Das schnürt uns die Luft ab.“ Martin Balasus: „Dieses Thema zeigt einmal mehr, wie weltfremd Arbeitsminister Heil & Co. sind. Man merkt, dass sich solche Leute nur selten in der freien Wirtschaft bewähren mussten.“

Die Globalisierung, der Wettbewerb mit Produzenten anderer Länder, in denen das Wirtschaften viel einfacher ist, verschärft die Lage noch einmal. „Wir konkurrieren ja nicht nur mit ausländischen Apfelbauern, sondern mit Produzenten allen anderen Obstes. Die Verbraucherinnen und Verbraucher fragen nur eine bestimmte Menge Obst nach – man kauft in der Regel keine Äpfel zusätzlich zu Mangos aus Südamerika und Himbeeren aus Nordafrika, sondern anstatt. Und ob in deren Herkunftsländern alle  Pflanzenschutzmittelvorschriften so penibel eingehalten werden wie bei uns, daran habe ich große Zweifel“, erläuterte Tim Plüschau. Wenn man sich dann noch vor Augen führe, welche Unmengen an Plastikverpackungen eingesetzt werden, um die frischen Himbeeren in Form zu halten, kann an man nur noch mit dem Kopf schütteln. Martin Balasus ergänzte: „Und dass der Transport per Flugzeug gewaltige Mengen an C0² verursacht, macht die Sache nicht besser.“

Der Landtagsabgeordnete: „Ich will niemandem Mangos oder Himbeeren verbieten. Ich wünsche mir aber sehr, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher vielleicht auch einmal über die Folgen des Konsums nachdenken.

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