Landtagsrede: „PerspektivSchule Kurs 2034“ hilft jungen Menschen vor Ort

Published21. Juni 2024

AuthorMartin Balasus

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Mit „PerspektivSchule Kurs 2034“ haben wir nun unsere schleswig-holsteinische Variante des Startchancenprogramms, das Bund und Länder in jahrelangen und teilweise beschwerlichen Verhandlungen im Februar auf den Weg gebracht haben. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich bei der Ministerin, bei Staatssekretärin Dorit Stenke und dem Ministerium. Schon der Name „PerspektivSchule Kurs 2034“ weist darauf hin, dass wir in Schleswig-Holstein bei weitem nicht bei null beginnen, sondern unser seit 2019 erfolgreiches Perspektivschulprogramm ausbauen.

So sind selbstverständlich unsere 63 bisherigen Perspektivschulen sowie die sieben Schulen, die schon jetzt an der Initiative „Schule macht stark“ teilgenommen haben, dabei. Neu hinzu kommen 65 Schulen, die erstmals auf Grundlage eines Sozialindexes ausgewählt wurden. In diesen insgesamt 135 ausgewählten Perspektivschulen werden stattliche 13 Prozent aller Schülerinnen und Schüler unseres Landes beschult.

Unser Ziel: Zum Ende der Programmlaufzeit soll die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen, an diesen Schulen halbiert werden.

Wir alle wissen, die Kassen sind knapp. „PerspektivSchule Kurs 2034“ ist ein Beweis dafür, dass Politik noch das vermag, was tatsächlich ihre ureigenste Aufgabe ist: Knappe finanzielle Ressourcen so zu verteilen, dass sie den größten Nutzen bewirken. Und das bedeutet konkret, dass in den nächsten 10 Jahren jährlich 66 Millionen Euro gezielte Förderung an die Schulen ausgeschüttet werden, die einer besonderen Unterstützung bedürfen.

Doch genau genommen, sind es ja nicht die Schulen, die unterstützt werden, sondern es sind die jungen Menschen. Es sind Jungen und Mädchen, die oft nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – sozial schlechter gestellt, von Jugendarmut betroffen, Nicht-Muttersprachler und mancher mit Förderbedarf.

Wir sind der Ansicht, dass Herkunft und Bankkonto keine Kriterien dafür sein dürfen, ob sich Kinder und Jugendliche im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten und Begabungen intellektuell und sozial gut entfalten können. Mit „PerspektivSchule Kurs 2034“ setzen wir also gezielt an, um den Faktor „Stärke des Elternhauses“ zu minimieren. Das ist nicht nur eine gelungene Schul-, sondern auch eine gelungene Sozialpolitik.

Wie genau werden die jährlich 66 Millionen Euro nun verwendet? „PerspektivSchule Kurs 2034“ basiert auf drei Fördersäulen:

  • Dem Investitionsprogramm für eine zeitgemäße und förderliche Lernumgebung.
  • Dem Chancenbudget für bedarfsgerechte Lösungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung.
  • Den Mitteln für Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams.

Mit diesen drei Säulen verschaffen wir den Schulen und den Lehrkräften die nötige Planungssicherheit für ihre Ideen und Konzepte, die auf vielfältige Art Kindern mehr Bildung verschaffen. Es ist faszinierend zu sehen, wie engagierte Lehrkräfte die Perspektivschulen mit Leben erfüllen und welche Angebote und Projekte sie auf den Weg bringen, um Kindern Kompetenzen zu verschaffen und – ja, das müssen sie leider auch – auffangen, was in manchen Familien zu kurz gekommen ist.

Hier zwei Beispiele:

  • „Hafen“ heißt das Angebot einer Schule, das einen Bereich beschreibt, in dem die Schulsozialarbeit konzentriert wurde – Schülerinnen und Schüler haben hier die Chance, sich Sozialpädagoginnen und -pädagogen zu öffnen, all ihre – auch privaten – Probleme zu besprechen und gemeinsam Lösungen dafür zu finden. Das hilft fürs unbelastete Lernen, stärkt Wohlbefinden und Resilienz. Die Mittel für die Ausgestaltung der Räume stammen aus dem Programm.
  • Das Projekt „Schulhund“ geht in eine ähnliche Richtung. „Wilde Jungs“ zeigen im Umgang mit den Tieren plötzlich hohe soziale Kompetenz. Schüchterne, ängstliche Schülerinnen und Schüler gewinnen Selbstvertrauen. Die Fachausbildung der Sozialarbeiterin, um mit Kindern und Hunden arbeiten zu können, wurde vom Land finanziert.

Die Liste von Projekten, die Schulen modern und lebendig und im Sinne der Kinder und Jugendlichen gestalten, ließe sich fortsetzen.

Sie haben aber noch einen anderen Effekt: Wie ich von Rektoren erfuhr, wirkt sich der neue Gestaltungsspielraum auch auf die Lehrerinnen und Lehrer aus. Sie freuen sich darüber, ihre pädagogischen Kompetenzen und ihre Kreativität in den Unterricht einfließen lassen zu können. Auch sie sind zufriedener mit ihrem Beruf.

Doch bei allen guten Nachrichten: Auch der weitere Weg zu fundierterer Bildung bleibt sicherlich lang und beschwerlich. Aber wir behalten den Willen, ihn auch künftig zu beschreiten. Ein weiterer Meilenstein wird die Realisierung des Digitalpaktes 2.0 sein.

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