Landtagsrede: KI ist nicht die Zukunft – KI ist die Gegenwart

Published24. Mai 2024

AuthorMartin Balasus

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Google setzt auf KI. Warum empfiehlt dir Netflix genau die Serie, die zu dir passt? Eben noch mit einem Freund über ein Produkt gesprochen und schon wird es dir auf dem Smartphone zum Kauf vorgeschlagen – irgendwie gruselig. Dazu noch Gesichtserkennung wie FaceID und stetig zunehmende Deep Fakes.
Künstliche Intelligenz hat also schon einen festen Platz in unserem Leben, verändert es in vielerlei Hinsicht und wird dies zukünftig noch viel stärker tun. KI ist da. Und sie ist nicht neu. Es gibt sie schon seit den späten 1950er Jahren. Neu ist aber ihr Vordringen in unseren Alltag. Nicht wenige Menschen fühlen sich von KI und ihren aktuellen Vertretern wie ChatGPT bedroht, andere sehen vor allem Chancen und Gelegenheiten.

Ich denke, Letzteres ist der richtige Weg. Lasst uns mit Zuversicht und Optimismus auf den technischen Fortschritt schauen, verhindern können wir ihn sowieso nicht. Der vorliegende SPD-Antrag wirft also zu Recht ein wichtiges Thema auf – wie beeinflusst KI den Schulalltag und welchen Nutzen ziehen wir daraus?
Wir sind in Schleswig-Holstein schon auf einem guten Weg, haben unsere Updates gemacht: Handreichungen wie „KI@Schule“ zur Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz an Schule sind erstellt, zwei KI-Professuren im Bereich Bildung und Learning Analystics haben ihre Arbeit aufgenommen. In der Lehramtsausbildung werden digitalisierungsbezogene Inhalte und informatorische Grundbildung aufgenommen. Das Landesprogramm „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ hat zusätzliches Personal an Schulen oder IQSH geschaffen.

Aber so wie die KI selbst, so muss sich der Bildungsbereich auch stetig weiterentwickeln. Also: Die Handreichungen sollen überarbeitet werden, natürlich auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse. Ebenso brauchen wir ein Pilotprojet für KI-Anwendungen in Schulen. Textgenerierende „large language models“ wie ChatGPT sind aus dem Schul- und Unterrichtsalltag nicht wegzudenken. Schule darf sie also nicht ignorieren, denn die Schülerinnen und Schüler machen das bei den Hausaufgaben auch nicht. Oder die SPD-Fraktion hier unlängst im Plenum, als sie einen Antrag von ChatGPT verfassen ließ.

Nein, KI-Anwendungen müssen in der Schule berücksichtigt, auf ihre Vorzüge und Nachteile untersucht werden und didaktisch sinnvoll zum Einsatz kommen, so wie z.B. die Lese-App „Buddy Bo“ an unseren Grundschulen. Es ist nur folgerichtig, KI- Anwendungen und den Umgang damit in der Lehramtsausbildung fest zu verankern, einen verpflichtenden Schulentwicklungstag anzubieten, Fortbildungsangebote mit diesem Schwerpunkt auszubauen und natürlich den Schulterschluss mit der KMK zu pflegen. Schließlich handelt es sich hier um keine landesspezifische, sondern um eine globale Herausforderung, der man sich am besten gemeinsam stellt.
Ganz bestimmt würden auch Intelligente Tutorsysteme einen wertvollen Beitrag zur individuellen Förderung, vor allem im MINT-Bereich, leisten. Hierbei handelt es sich um Software, die den Unterricht und die Lehrkraft ergänzt und nicht ersetzt. Deshalb begrüße ich es sehr, dass die Landesregierung zurzeit in intensiven Gesprächen mit bettermarks ist.

Denn bei all dem Fortschritt, der galoppierenden technischen und digitalen Entwicklung und dem Einzug von KI in unser gesamtes Leben, muss und wird die Rolle der Lehrkraft auch in Zukunft zentral sein. Denn sie ist weitaus mehr als ein bloßer Wissensvermittler!

Liebe Kollegen und Kollegen,
bei all dem, was uns Automatisierung, Computer und Co. noch alles so bringen wird, so bin ich felsenfest überzeugt, dass manches auch weiterhin mit der Hand gemacht werden wird: Applaus zum Beispiel.

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