Eine Absage an die Gendersprache im Kreis Pinneberg

Published7. Oktober 2021

AuthorMartin Balasus

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Wenn jemand gerne gendern möchte, soll er das gerne privat tun. In Behördentexten hat die grammatikalisch falsche Gendersprache aber nichts zu suchen. Formen wir Bürger*innen, BürgerInnen, BürgerX oder Bürger:innen sind leseunfreundlich und verunstalten unsere Sprache. Stattdessen sollte Behördensprache lieber leicht verständlich und bürgernah sein.

Sprache dient dem Austausch von Informationen oder schlicht der Kommunikation – sie soll also möglichst von jedem verstanden werden. Gendersprache erschwert aber genau dies! Wir als CDU-Fraktion streben an, dass sich die Verwaltung im Kreis Pinneberg zukünftig in sämtlichen Behördentexten (Mitteilungen, Dokumenten, Vordrucke, Formulare und auf dem Internetauftritt) einer möglichst einfachen, allgemeinverständlichen Sprache bedient und dabei auf die Gendersprache verzichtet.

Auch Ersatzformulierungen, damit man ja kein generisches Maskulinum verwendet, sind häufig schlichtweg falsch oder unsinnig: So wird aus dem „Autofahrer“ der „Autofahrende“, was aber nur Sinn ergibt, wenn die Person tatsächlich gerade in diesem Moment mit dem Auto fährt. Sobald aber die Ampel auf rot springt, wird aus dem „Autofahrenden“ der „Vor-der-Ampel-stehende-Nicht-Fahrende“.

Auch das Argument, Sprache sei immer im Wandel. Sie verändere sich ebenso wie die Gesellschaft, passt nicht auf die Gendersprache, da dies kein Argument für, sondern gegen die Gendersprache ist. Denn Sprache verändert sich langfristig in einem gesellschaftlich-kulturellen Prozess, also von „unten“ und nicht durch Zwang von „oben“. Das Volk, die Bürgerinnen und Bürger prägen Sprache und nicht die Verwaltung oder der Staat. Alle Versuche in unserer jüngeren Geschichte, den Sprachwandel durch den Staat durchzusetzen, sind Gott sei Dank gescheitert.

Hinter der Gender-Sprache steckt ein Weltbild, das Menschen in bestimmte Kategorien – wie Geschlecht oder sexuelle Orientierung – einsortiert. Allgemeine Formulierungen sollen nicht mehr ausreichen, jede einzelne geschlechtliche Identität muss sichtbar werden, da sich möglicherweise eine Gruppe ansonsten nicht angesprochen oder gar diskriminiert fühlt.
Durch die Gender-Sprache wird also bewusst das Trennende, die Unterschiede in unserer Gesellschaft betont. Sprache hat aber genau die gegenteilige Aufgabe: Sie soll nicht trennen oder spalten, sondern die Menschen zusammenführen, verbinden und einen.

Gender-Sprache ist also nicht inklusiv und integrierend, sondern exklusiv und ausgrenzend, indem sie völlig überflüssige Kommunikationsbarrieren aufbaut.
Sie ist künstlich geformt und ideologisch motiviert – eine Sprache von Eliten, die mit vermeintlich salomonischer Weisheit und messianischem Sendungsbewusstsein unseren Bürgerinnen und Bürger ihre Weltsicht aufzwingen wollen.
Dies führt mancherorts so weit, dass Studentinnen und Studenten, die in ihren Hausarbeiten nicht konsequent gegendert haben, mit Punktabzug rechnen müssen. Aber diese Entwicklung beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Hochschulen, auch in anderen öffentlichen Einrichtungen oder in Verwaltungen wächst ständig der Komformitätsdruck auf „Nicht-Genderer“.

Dabei sollte es doch den glühenden Gender-Verfechtern zu denken geben, dass fast Zweidrittel der Deutschen ihre Sprache ablehnt. Sprache ist ein Kommunikations- und kein politisches Kampfmittel. Gender-Sprache wirkt auf viele belehrend, bevormundend und herablassend.

Eine Abkehr von der gendergerechten Sprache meint natürlich nicht, dass durchweg nur männliche Formulierungen vorherrschen. Ich selbst bevorzuge Doppelformen in Anreden oder Berufsbezeichnungen (z.B. Ärztinnen und Ärzte).

Es geht hier schlicht um die Vereinfachung von Sprache, um Erleichterung der Kommunikation. Es geht darum, dass wir alle auch in Zukunft dieselbe – oder zumindest eine ähnliche Sprache sprechen.

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