TOP 20: Wir halten Kurs bei der Schwimmausbildung

Published1. September 2026

AuthorMartin Balasus

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Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren,

Bronze, Silber und Gold kennen wir normalerweise vom Siegerpodest. Beim
Schwimmen aber ist schon Bronze ein besonders wertvoller Erfolg. Denn das
Bronzeabzeichen steht nicht nur für eine sportliche Leistung. Es zeigt vor allem:
Dieses Kind kann sicher schwimmen.
Genau darum geht es uns. Schwimmen ist eine Lebenskompetenz und gibt
Sicherheit, Gesundheit, Selbstvertrauen und gesellschaftliche Teilhabe. Das ist
gerade in Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Meeren, von höchster
Bedeutung.

Deshalb sollten wir die Zahlen des Berichts – vielen Dank dafür, Frau Ministerin
ernst nehmen. Aber wir sollten auch anerkennen, was sich bereits verbessert hat.
Am Ende der dritten Klasse ist der Anteil der sicheren Schwimmerinnen und
Schwimmer innerhalb eines Jahres von 45,9 auf 51 Prozent gestiegen. Landesweit
können am Ende der sechsten Klasse inzwischen 72,8 Prozent der Schülerinnen und
Schüler sicher schwimmen.

Das zeigt: Unsere Maßnahmen wirken. Natürlich sind wir noch nicht am Ziel. Vor
allem an den Gemeinschaftsschulen bleibt noch viel zu tun. Aber wer behauptet, in
Schleswig-Holstein geschehe nichts, ignoriert diese positive Entwicklung.
Auch die organisatorische Lage verbessert sich. Im Schuljahr 2023/24 berichteten 61
Schulen von Schwierigkeiten bei der Sicherstellung des Schwimmunterrichts, ein Jahr
später waren es 56. Im laufenden Schuljahr geben 34 Schulen an, keinen
Schwimmunterricht erteilen zu können. Jede einzelne Schule ist eine zu viel. Aber
auch hier geht der Trend in die richtige Richtung.
Schwimmen ist bei uns verbindlicher Bestandteil des Sportunterrichts. Alle Sportlehrer
müssen eine Schwimmlehrbefähigung haben und dazu bietet das Land unzählige
Zertifikatskurse an.

Unser Credo für den Schwimmunterricht lautet: Je früher, desto besser – spätestens
ab der dritten Klasse. Bis zum Ende der sechsten Klasse sollen alle Schülerinnen und
Schüler das Bronzeabzeichen und damit die Fähigkeit zum sicheren Schwimmen
erwerben.

Dabei brauchen die Schulen organisatorische Flexibilität. Manche bieten
Schwimmunterricht ganzjährig an, andere saisonal, als Blockunterricht oder im
Rahmen einer Projektwoche oder Klassenreise. Eine starre Vorgabe hilft einer Schule
ohne wohnortnahe Wasserfläche nicht weiter. Entscheidend ist nicht, ob jede Schule
denselben Stundenplan hat. Entscheidend ist, ob Kinder schwimmen lernen.
Dafür brauchen wir starke Partner. 116 Schulen kooperieren bereits mit Vereinen, der
DLRG, dem Schleswig-Holsteinischen Schwimmverband oder der DRK-Wasserwacht.
Durch die Schwimmlern-Offensive konnten in den vergangenen sechs Jahren rund
40.000 Kinder und Jugendliche zusätzlich erreicht werden. Seit 2019 wurden dafür
mehr als 1,9 Millionen Euro bereitgestellt. Zugleich investieren wir in die Aus- und
Fortbildung von Lehrkräften und Übungsleitenden.
Und wir kümmern uns um das Kernproblem: die fehlenden Wasserflächen. Mit 25
Millionen Euro fördern wir sechs Schwimmsportstätten. In Flensburg, Husum, Laboe,
Ratzeburg, Wedel und Malente entstehen oder erhalten wir rund 1.570 Quadratmeter
Wasserfläche. Allein Wedel erhält vier Millionen Euro für den Umbau der Badebucht
samt neuem Lehrschwimmbecken.

Hinzu kommen seit 2015 rund 16 Millionen Euro aus dem IMPULS-Programm für 119
Sanierungsvorhaben. Und über den kommunalen Finanzausgleich stellt das Land
jährlich 7,5 Millionen Euro für kommunale Schwimmstätten bereit. Das ist bundesweit
einmalig.

Ja, Schwimmbäder sind kommunale Einrichtungen. Bau, Betrieb und Unterhaltung
liegen in erster Linie bei den Kommunen. Aber das Land lässt sie nicht allein. Wir
unterstützten so intensiv wie nie zuvor. Erfolgreiche Schwimmpolitik entsteht durch
Partnerschaft – zwischen Schulen, Eltern, Vereinen, Kommunen und dem Land.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Schwimmenlernen beginnt mit einem mutigen Schritt ins Wasser. Danach braucht es
Übung, Ausdauer und Menschen, die Sicherheit geben. Wir sind auf einem guten
Kurs: die Quoten verbessern sich und weniger Schulen haben organisatorische
Probleme.
Diesen Kurs halten wir, bis möglichst jedes Kind in Schleswig-Holstein sagen kann:
Ich kann sicher schwimmen.

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