

Lehren aus PISA 2025: Das Wesentliche und Leistung in den Mittelpunkt stellen
Zur Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studie 2025 erklärt der
bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Balasus:
„Die neuen PISA-Ergebnisse sind erschütternd, daran gibt es nichts schönzureden.
Besonders besorgniserregend ist die wachsende Risikogruppe beim Lesen und in
Mathematik. Hier erreicht mittlerweile etwa jeder dritte 15-Jährige nicht einmal das
grundlegende Kompetenzniveau.
Zur Wahrheit gehört, dass Schule heute unter deutlich veränderten Bedingungen
arbeiten muss. Unsere Schülerschaft ist heterogener geworden, Sprachförderung hat
durch Zuwanderung erheblich an Bedeutung gewonnen, die Voraussetzungen in den
Elternhäusern gehen stark auseinander. Hinzu kommt ein Medienkonsum, der
Konzentration und Lernbereitschaft bei viel zu vielen Kindern und Jugendlichen
beeinträchtigt.
Wir müssen unsere bildungspolitischen Anstrengungen daher auf das Wesentliche
konzentrieren und tun dies bereits:
1. Mehr Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Grundlagen müssen im Mittelpunkt
stehen. Deshalb haben wir in Schleswig-Holstein bereits die Unterrichtszeit für
Deutsch und Mathematik in der Grundschule erhöht und stärken mit dem
Leseband die systematische Leseförderung. Wer sicher lesen, schreiben und
rechnen kann, hat die Grundlage für erfolgreiches Lernen in allen weiteren
Fächern.
2. Leistung muss eingefordert werden. Wir müssen unseren Schülerinnen und
Schülern etwas zutrauen und zumuten und dürfen sie nicht in Watte packen.
Die Antwort auf schwächere Ergebnisse darf nicht darin bestehen,
Anforderungen abzusenken. Es ist unser Anspruch, Kinder so zu fördern, dass
sie diese Anforderungen erreichen können. Mit LeA.SH und VERA erkennen
wir Lernstände früher und genauer. Schulentwicklung muss sich stärker an
belastbaren Daten ausrichten.
3. Deutsch muss vor Schuleintritt sitzen. Kein Kind sollte ohne ausreichende
Sprachkenntnisse in die Schule starten. Mit EVi setzen wir deshalb früher an
und erkennen Sprach- und Entwicklungsbedarfe bereits vor der Einschulung.
Wer Defizite hat, bekommt eine verbindliche Förderung.
4. Handy weg, Konzentration her. Schule braucht Ruhe, klare Regeln und Zeit
zum Lernen. Deshalb haben wir die private Handynutzung an Schulen bis
einschließlich Klasse 9 verboten. Das Social-Media-Verbot für Kinder und
Jugendliche muss kommen.
5. Lehrkräfte müssen sich auf Unterricht konzentrieren können. Gute Bildung
entsteht nicht durch Formulare, Berichtspflichten und Einzelprojekte. Deshalb
müssen wir Schulen weiter entbürokratisieren und Lehrkräfte von Aufgaben
entlasten, die sie von ihrem eigentlichen Auftrag abhalten. Ihre Zeit wird im
Klassenzimmer, in der Förderung und in der pädagogischen Arbeit gebraucht.
6. Was nicht wirkt, muss auf den Prüfstand. Nicht die Zahl der Programme und
Projekte entscheidet über die Qualität unseres Bildungssystems, sondern das,
was Schüler am Ende tatsächlich können.
Viele Maßnahmen, die wir in Schleswig-Holstein auf den Weg gebracht haben,
konnten sich in PISA 2025 noch gar nicht niederschlagen, zumal PISA kein eigenes
Ergebnis für einzelne Bundesländer misst. Bildungsreformen wirken nicht über Nacht.
Unser Kurs ist aber gesetzt: Lesen, Schreiben und Rechnen in den Mittelpunkt
stellen, Leistung fördern und mehr Zeit für guten Unterricht ermöglichen, dafür
weniger Ablenkung und weniger Bürokratie.“



