„Ich brenne für Themen der Blaulicht-Familie!“

Published9. Juni 2026

AuthorMartin Balasus

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Unter dem Motto „Risiko oder Respekt für Retter?“ hatte Martin Balasus, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Pinneberg – Elbmarschen zum Gespräch mit Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke geladen – und mehr als 80 Vertreterinnen und Vertreter von Rettungsorganisationen, Polizei, Verwaltung sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zur Diskussion ins Holmer Dorfgemeinschaftshaus.

 

Auf dem Podium schilderten Holms Wehrführer Lukas Krack, Sebastian Kratzert für die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Florian Ramcke, Chef des THW Pinneberg und Sebastian Käferlein, Bereichsleiter Pinneberg der Rettungsdienst-Kooperation Schleswig-Holstein, der Ministerin und dem Abgeordneten deutlich die Situation an der Blaulicht-Basis. Und Ministerin Finke hörte offen und aufmerksam zu, erklärte Zusammenhänge, bilanzierte die bisherigen Leistungen des Landes und nannte Pläne – und zeigte Verständnis, auch wenn es nicht immer Lob an der Landesregierung gab. Der Grund: „Ich brenne für die Themen der Blaulicht-Familie!“

 

Erfreut wies der GdP-Vertreter auf eine „hervorragende persönliche Ausrüstung“ der Polizeikräfte hin. Er erkannte an, dass bei Kosten dieser Ausstattung von bis zu 5000 Euro pro Person eine große Leistung vollbracht hatte. Doch perfekt ist die Lage nicht: Es fehlten Einsatzfahrzeige und die Wachen seien mancherorts renovierungsbedürftig.

Die Ministerin wies auf die Schaffung von 1000 neuen Stellen bei den Sicherheitskräften seit Beginn der Legislatur hin, weitere 196 Stellen bei Polizei und Verfassungsschutz werden geschaffen, um der angespannteren Lage durch Spionage und Sabotage zu begegnen. In der Einschätzung, dass dies beim allgemeinen „Aufgabenzuwachs“ die wohl größten Herausforderungen seien, darin waren Magdalena Finke und Sebastian Kratzert ein Herz und eine Seele.

Der Feuerwehr brannten gleich mehrere Themen auf der Seele. Da ist insbesondere der schwindende Respekt weiter Teile der Gesellschaft vor den Kräften im Einsatz. 183 Übergriffe habe es im Kreis Pinneberg innerhalb eines Jahres von aggressiven Zeitgenossen auf Helferinnen und Helfer gegeben. Die Hemmschwelle für Beschwerden über und Behinderungen von Einsatzkräften sogar in Notfällen ist gesunken.

 

Aus der Versammlung heraus wurde detailliert auch die zeitliche Belastung ehrenamtlicher Feuerwehrleute geschildert – und der Frust darüber, dass dieses Engagement nicht deutlich genug anerkannt werde; im Gegenteil. Als Anerkennung können sich die Mitglieder verschiedener Organisationen außer Aufwandsentschädigungen ähnlich wie für ehrenamtliche Kommunalpolitiker auch Fitness-Gutscheine oder Freifahrten im ÖPNV vorstellen.

 

Und da war noch das heikle Thema, dass Feuerwehren nun steuerpflichtig sind, wenn sie auf ihren Veranstaltungen Grillwürstchen, Bier & Co. an die Gäste ausgeben. Die Ministerin hatte für ihren Unmut volles Verständnis. Ihr sind aber die Hände gebunden, weil diese Vorschrift von der EU erlassen wurde. Sie versprach aber, gemeinsam mit ihrem Team erneut nach Lösungen für diesen Missstand zu suchen. Damit sie dabei eine Orientierung bekommt, übergab Holms Wehrführer Krack eine wohl vorbereitete, schriftliche Wunschliste.

 

Die Ministerin nahm sich im Anschluss an die Podiumsdiskussion noch viel Zeit für Einzelgespräche, in denen sie ganz offensichtlich den freundlich-richtigen Ton fand, denn viele der Gesprächspartner lobten im Nachgang ihre Aufmerksamkeit und ihr Verständnis.

 

Der Abgeordnete Martin Balasus zeigte sich dementsprechend zufrieden mit der Veranstaltung. „Es ist immer wichtig, Entscheider mit jenen engagierten Menschen zusammenzubringen, die vor Ort die Arbeit erledigen. Offener Austausch ist sinnvoll, denn nur so kann es gemeinsam vorangehen.“

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