Private Bildungsprojekte stärken: Besuch Möller Technicon

11.11.2022

Wedel. „Wir haben im Kreis Pinneberg und in ganz Schleswig-Holstein viele faszinierende Institutionen, die eine hervorragende Bildungsarbeit leisten. Es wäre wunderbar, wenn Schulen und Kitas stärker von ihnen profitieren könnten.“ Diese Einschätzung äußerte Martin Balasus, direkt gewählter Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Pinneberg –Elbmarschen und Bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, nach einem Besuch im „Möller Technicon“ in Wedel. In diesem auf eine Privatinitiative ehemaliger Mitarbeiter von Unternehmen zurückgehenden Projekt, wird die Industriegeschichte der Stadt ehrenamtlich aufgearbeitet und Bildungsangebote insbesondere für Kinder werden gemacht.

Martin Balasus ließ sich von den Technicon-Aktiven Rudolf de Wall, Sören Karstens, Gerhard Kuper und Heinz Gläser über deren Arbeit informieren. Eine Gruppe von rund zehn Personen dokumentiert die Leistungen von Wedeler Unternehmen, die völlig oder zumindest teilweise aus der Stadt verschwunden sind, nachdem sie mit Erfindungen und Produkten zum Teil weltweit brillierten.

Da sind beispielsweise optische Systeme aus der über 100jährigen Geschichte der Firma J.D. Möller zu sehen, die einst führend auf dem Weltmarkt war. Dazu gehören die Magnetbandtechnik der ehemaligen AEG und deren Photovoltaik-Technologie, die es mit dem Weltraumteleskop „Hubble“ und vielen anderen Satelliten sogar ins All geschafft hat. Martin Balasus: „Das Technicon ist eine Schatzkammer der der Technologie-Geschichte.“

Der Abgeordnete ist noch aus weiteren Gründen begeistert. Zum einen, weil engagierte Lehrerinnen und Lehrer dann und wann bei Bedarf auf das „Technicon“ zurückgreifen, indem sie beispielsweise Prismen und Linsen aus dem Fundus für ihren Unterricht ausborgen. Zum anderen, weil das „Technicon“ mit der Veranstaltungsreihe „Kinderlabor“ und „Jugendlabor“ dem Nachwuchs wertvolle MINT-Kenntnisse vermittelt – und zwar in einer Ergänzung zum Schulunterricht ganz praktisch, indem gemeinsam beispielsweise kleine Elektro-Motoren gebaut und währenddessen die Funktionsweise und die physikalischen Grundlagen vermittelt werden.

„Ähnliche Institutionen, in denen Privatpersonen Fachwissen und wertvolle Kompetenzen besitzen, die unbedingt an die jüngere Generation weitergegeben werden sollten, gibt es

 

landesweit. Es wäre eine wunderbare win-win-Situation, wenn Schulen und Kitas auf diese etwas andere Art der Wissensvermittlung zurückgreifen möchten“, so Balasus. Eine Klippe ist dabei nach seiner Einschätzung oft, die geringe Kenntnis, welche Projekte es in den einzelnen Regionen gibt. „Es ist sinnvoll, beide Seiten stärker zusammenzubringen. So etwas kann man nicht von heute auf morgen umsetzen, aber ich finde die Sache so spannend, dass ich mich mit ihr stärker beschäftigen werde.“