Führerscheinreform dringend notwendig

Published7. März 2026

AuthorMartin Balasus

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Landtagsabgeordneter Martin Balasus informierte sich bei Fahrschule Good Ride

Wegen hoher Kosten für den Erwerb einer Fahrerlaubnis macht das Thema „Führerscheine“ derzeit viele Schlagzeilen. Deshalb nahm Martin Balasus, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Pinneberg Elbmarschen und Bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion, die Einladung der Fahrschule Good Ride in Uetersen gern an, um sich auf den Stand der Diskussion bringen zu lassen, die auf Bundesebene hin und her wogt.

Dass teilweise mehr als 4000 Euro anfallen, bis sich Fahrerinnen und Fahrer lizensiert hinters Steuersetzen können, hat gleich eine ganze Reihe von Gründen. Wie die Fahrlehrer Michael Ottersdorf und Dennis Bock berichteten, lägen die nur zum Teil an den Prüflingen selbst. „Sicherlich könnten manche mehr Energie fürs Lernen einsetzen, denn es gibt Apps mit denen man es immer und überall tun könnte, aber die Menge der Lerninhalte ist extrem hoch geworden.“ So belaufe sich der Prüfungsfragenkatalog auf mittlerweile rund 1400 Punkte. Das könne reduziert werden.

Nach Angaben der Fahrlehrer gibt es bei den Bedingungen im derzeitigen Gesetzesentwurf Licht und Schatten. Zum Licht gehöre, dass das Bundesverkehrsministerium die Prüfdauer von derzeit 55 Minuten verkürzen wolle und die Zahl der Pflichtstunden für Sonderfahrten nachts auf Autobahnen und über Land absenken wolle. Auf der Schattenseite stehe aber, dass es auch Überlegungen gäbe, den Präsenzunterricht einzuschränken bis abzuschaffen, und auf Online-Schulungen umzustellen. Der Gedankengang dahinter: So könnten die Fahrschulen auf feste Standorte verzichten, ihre Raumkosten senken, was sich vermindernd auf die Kosten einer Fahrerlaubnis auswirke. Davon halten die Fahrlehrer nichts, denn sie wollen zum einen alle persönlich im Unterricht kennenlernen, um zu sehen, wer denn so ein tonnenschweres Fahrzeug womöglich schnell durch den öffentlichen Raum bewegen möchte. „Und zum anderen: Wenn Betriebsräume abgeschafft werden, wo sollen dann die Fahrsimulatoren stehen, auf denen die Bewerberinnen und Bewerber übern? Wo sind die Sozialräume für die Mitarbeiter? Wo soll die Büroarbeit erledigt werden?“, fragen die Lehrer.

Martin Balasus sieht andere Ansatzpunkte für eine mögliche Kostenreduzierung, die sich in eine Bundesratsinitiative Schleswig-Holsteins Eingang gefunden haben. Dazu gehört der stärkere Einsatz von Fahrsimulatoren, die günstiger sind als reguläre Fahrstunden mit einem Fahrlehrer oder einer –lehrerin auf dem Beifahrersitz. Dazu gehört ebenso, dass eventuell zu hohe Standards bei Prüfungen abzubauen sind, sodass es weniger Durchfaller gibt  – natürlich ohne die sicherheitsrelevanten Aspekte zu vernachlässigen. Und zum dritten zählt auch die kritische Prüfung der Führerscheinklassen dazu. Balasus: „Wenn jemand mit 16 einen Treckerführerschein macht, mit dem er Anhänger ziehen darf, warum muss diese Person noch einen extra Anhänger-Führerschein machen, wenn sie mit dem Pkw einen Hänger ziehen will? Das leuchtet mir nicht ein.“

Der Abgeordnete verwies darauf, dass das Gesetzgebungsverfahren noch in vollem Gange sei – somit werden Sorge und Wünsche aller Betroffenen diskutiert.

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