

Wir dürfen uns von Hamburg nicht länger verkohlen lassen!
Kraftwerk Wedel: Läuft es doch länger als 2026? CDU-Landtagsabgeordneter Martin Balasus hegt Misstrauen gegen Hamburger Senat und Hamburg Energie
Schon lange kritisiert Martin Balasus, CDU-Landtagsabgeordnete für Wedel, die immer wieder gebrochenen Versprechen zu den Abschaltterminen für das Uralt-Kohlekraftwerk in Wedel. Zuletzt ging man davon aus, dass zum Jahresende 2026 endlich Betriebsende sein sollte und damit auch Schluss mit dem Ausstoß von ätzenden Partikeln und Giftstoffen. Aber was er nun bei einem Gespräch mit der Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ hörte, lässt bei ihm die Alarmglocken schrillen: Die Kraftwerksgegner präsentierten nämlich einen Prüfbericht zum Kohleausstieg, der der Hamburgischen Bürgerschaft vorgelegt wurde. Darin heißt es: „Ziel ist es, die Kohle-Heizkraftwerke Wedel (HKW Wedel) und Tiefstack (HKW Tiefstack) bis spätestens 31. Dezember 2030 aus der Kohleverfeuerung herauszulösen und durch klimafreundliche Alternativen zu ersetzen.“
„HKW Wedel und 31. Dezember 2030 in einem Atemzug – das kann doch wohl nicht wahr sein!“, sagt Martin Balasus. Zwar heiße es später in dem Bericht: „Nach derzeitigem Planungsstand wird die Gas- und Dampfturbinen-Anlage auf der Dradenau (GuD Dradenau) Ende 2026 in Betrieb gehen und damit das HKW Wedel ablösen…“
Martin Balasus: „Aber bedeutet ,ablösen‘ auch endgültig ,abschalten‘? Nach meinen bisherigen Erfahrungen in der Sache bin ich misstrauisch. Zu häufig wurden Versprechungen gemacht und Abschalttermine genannt, die immer wieder gerissen wurden. Die Bürgerinnen und Bürger Wedels haben aber Gewissheit verdient. Die Hansestadt Hamburg muss endlich ein verbindliches Datum nennen, zu dem der Kraftwerks-Dinosaurier aus den 60er-Jahren in Rente geschickt wird. Denn: Das Ding gehört abgeschaltet – und zwar endgültig!“
Der Landtagsabgeordnete begründet sein Misstrauen gegenüber Hamburg mit einer „Liste des Schreckens“ von Hamburger Offiziellen, deren Versprechungen genauso in Rauch aufgegangen sind wie die Kohle im Kraftwerk an der Unterelbe:
2013/2014 – Ziel: 2017
Stadt Hamburg: In der Begründung zum Bebauungsplan Rissen 11 wird angegeben, dass das Heizkraftwerk Wedel voraussichtlich 2017 stillgelegt werden soll.
https://daten-hamburg.de/infrastruktur_bauen_wohnen/bebauungsplaene/pdfs/bplan_begr/Rissen11.pdf
2018 – Ziel: Frühjahr 2022
Jens Kerstan (Grüne) im Deutschlandfunk: „Ziel ist eine Abschaltung im Frühjahr 2022.“
https://www.deutschlandfunk.de/energiepolitik-hamburgs-langsamer-abschied-vom-100.html
2019 – Ziel: Heizperiode 2023
Jens Kerstan (Grüne): „Unser Ziel ist immer noch die Heizperiode 2023.“
https://taz.de/Volksentscheid-abgewendet/%215593623/
2019 – Ziel: Heizperiode 2024/25
Stadt Hamburg (hamburg.de): Abschaltung nach der Heizperiode 2024/25.
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/energie/erneuerbare-energien/fernwaermekonzept-157988
2020 – Ziel: 2025
BUKEA-Pressemitteilung: Endgültige Abschaltung 2025.
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/aktuelles/pressemeldungen/2020-10-26-bukea-kraftwerk-wedel-517958
2024 – Ziel: Heizperiode 2025/26
SPD-Fraktion Hamburg: Abschaltung in der Heizperiode 2025/26.
https://www.spd-fraktion-hamburg.de/buergerschaft/antraege/detail/investieren-in-ein-starkes-hamburg-von-morgen-fuer-eine-klimagerechte-krisenfeste-und-nachhaltige-zukunft
2025 – Verschiebung Ende 2026
Kirsten Fust, Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke: „Ende 26 lösen wir Wedel ab und es geht dann in die Konservierung“
https://www.welt.de/article68da74347a0d4c499e8bc249
2026 – “Kohleausstieg bis 2030”
BUKEA: Wedel und Tiefstack liegen bald hinter uns, Kohleausstieg bis 2030. Katarina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Wir gehen jetzt auf die Zielgerade für den Kohleausstieg bis Ende 2030.
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/aktuelles/pressemeldungen/kohlekraft-in-hamburg-pruefbericht-bestaetigt-ausstieg-bis-ende-2030-1134408
Martin Balasus: „Das Ganze erinnert mich an das Sprichwort: ‚Wer einmal nicht die Wahrheit spricht, dem glaubt man nicht…‘
Ich will belastbare Aussagen zum definitiven und kompletten Ende des Kraftwerks. Schwarz auf weiß. Die Menschen haben es verdient!“



